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Vegetarismus und die Umwelt

Die Nebenprodukte der Tierwirtschaft verschmutzen Luft und Wasser. Dass Vegetarier jegliche Tierprodukte vermeiden, macht sie definitiv zu den wirkungsvollsten Umweltschützern.

Rohstoffverbrauch

Die Aufzucht von Tieren der Fleischmafia verschlingt enorme Mengen an Land, Lebensmitteln, Energie und Wasser. Mit dem Anstieg des weltweiten Fleischverbrauchs vernichten Länder weltweit riesige Landflächen, um Platz für die Tierzucht und den Anbau von Futtermitteln zu schaffen. Von tropischen Regenwäldern in Brasilien bis hin zu uralten Pinienwäldern in China – um die Fleischsucht des Menschen zu befriedigen, werden ganze Ökosysteme unwiederbringlich zerstört. Vor allem die Waldbestände dieser Erde fallen der ressourcenverschlingenden Fleischindustrie zum Opfer. Allein in Südamerika sind in den letzen 40 Jahren 40 Prozent des Regenwaldes Weideflächen oder der Produktion von Futtermitteln für Tiere zum Opfer gefallen (1). Bis 2010 erwartet die Welternährungsorganisation der UN (Food and Agriculture Organisation, FAO) eine durchschnittliche Rodung von jährlich 3 Millionen weiteren Hektar Regenwald (2).
Wasser ist zentral und überlebenswichtig. Doch leider ist Trinkwasser ungleich verteilt und wird immer mehr zur Mangelware – und wie so oft leiden darunter hauptsächlich die Armen. Etwa 70% der erschlossenen Wasserressourcen fließen in die Landwirtschaft. Dabei ist die Fleischindustrie besonders Wasser-verbrauchsintensiv. In einem Kilo Fleisch stecken rund 15 m³ Wasser (3)! Das World Watch Institut hat hierzu 2004 berechnet, dass man mit dem Wasser, dass in der Produktion dieses Kilos steckt, ein Jahr lang täglich duschen könnte (4).

Luftverschmutzung

Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickoxid gelten als Hauptursache für den Klimawandel. Während der Produktion von nur einem Kilo Rindfleisch werden mehr Treibhausgasemissionen freigesetzt, als würde man 250 km Auto fahren, und es wird mehr Energie verbraucht, als würde man eine 100W-Glühbirne 20 Tage lang ununterbrochen brennen lassen (5). Im Jahr 2006 veröffentlichte die Ernährungsorganisation (Food and Agriculture Organisation, FAO) der Vereinten Nationen einen Bericht, der aufzeigte, dass die Tierwirtschaft mehr Treibhausgase verursacht als alle Autos und Lastwagen der ganzen Welt zusammen. Henning Steinfeld, leitender Beamter der FAO, berichtet, dass die Fleischindustrie „einen enormen Beitrag zu den gefährlichsten Umweltproblemen unserer Zeit beiträgt.“
Massentierbetriebe produzieren außerdem extreme Mengen an Staub, Feinstaub und andere schädliche Stoffe die Luft verpesten. Außerdem erzeugen die weltweit Milliarden Tiere, die in den Massenbetrieben eingesperrt sind, enorme Mengen an Ammoniak, das sehr schädlich für Gesundheit und Umwelt ist.

Wasserverschmutzung

Die Massentierhaltung produziert jedes Jahr unglaubliche Mengen an Dünger. Da tierische Ausscheidungen – im Gegensatz zu den menschlichen – nicht durch Kläranlagen behandelt werden, gelangen diese in das Wassersystem und können sich schlussendlich in Flüssen, Seen und unserem Trinkwasser wieder finden (6).
Die Ausscheidungen der Tiere, die mit all den in der Massentierhaltung eingesetzen Medikamenten und Bazillen versetzt sind, werden normalerweise als Düngemittel für Felder benutzt. Viele Tonnen Gülle landen zuerst zur Zwischenlagerung in riesigen Gruben und später auf Pflanzen oder dem Boden und verschmutzen so sowohl die Luft als auch das Wasser. Doch das ist noch nicht alles. Bäche und Flüsse können die Ausscheidungen von den Anlagen bis ins Meer tragen. Der Stickstoff aus Tierausscheidungen und den Düngemitteln, die hauptsächlich zur Produktion von Futtermitteln verwendet werden, sowie die Medikamente führen dazu, dass die Vielfalt und Stabilität der Meere bedroht wird. Die Medikamenten-Rückstände stellen auch durch diesen Weg über die Nahrungskette eine gesundheitliche Gefährdung des Menschen dar.

Tiermissbrauch

Doch die Fleischindustrie verschmutzt nicht nur unsere Umwelt; sie nutzt auch jede Möglichkeit, soviel Fleisch, Milch und Eier, so schnell, so billig und auf so wenig Raum wie möglich zu produzieren – das führt zu elenden Bedingungen, unter denen Tiere leiden müssen. Oft werden Kühe, Kälber, Schweine, Hühner, Gänse, Hasen und andere Tiere in solch winzigen Käfigen oder Ställen gehalten, dass sie sich nicht einmal umdrehen, geschweige denn ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen können. Ihnen wird jegliche Form der Freiheit genommen, so dass sie ihre gesamte Energie in die Produktion von Fleisch, Eiern und Milch für den Menschen investieren müssen. Des Weiteren sind die Tiere so gezüchtet, dass sie noch schneller wachsen und wesentlich mehr Milch und Eier produzieren, als dies im Normalfall möglich wäre. Zusätzlich verabreicht man ihnen Medikamente. Lassen Sie sich nicht von Auszeichnungen und Siegeln täuschen. Deren Definitionen sowie die Durchsetzung bereits bestehender Regulierungen, sind oft unbeständig und sollen nur über die tatsächlichen Gegebenheiten hinwegtäuschen. Deshalb ist es häufig schwer zu wissen, welche Produkte nun wirklich von Tieren stammen, die besser behandelt werden. Aufgrund der Tatsache, dass sich kaum eine Auszeichnungen oder Siegel auf Transport oder Schlachtung bezieht, und auch kaum ein Siegel körperliche Verstümmelungen wie das Kürzen von Schnäbeln und Schwänzen, das Beschneiden von Ohren und Abtrennen von Hörnern verbietet, gehen die schlimmsten Grausamkeiten uneingeschränkt weiter (6).

Was Sie tun können

Der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung ist ein sehr wichtiger Schritt; Sie tun damit dem Planeten und all seinen Bewohnern einen großen Gefallen. Es gibt heutzutage so viele großartige rein pflanzliche Optionen, dass Sie nach Ihrem Umstieg sagen werden, es hätte Ihnen noch nie besser geschmeckt. Und sei es nun der Umwelt, Ihrer Gesundheit oder den Tieren zu Liebe: mit dieser einfachen Entscheidung können Sie die Welt verändern. (peta)

Quellen:

(1) Worldwatch Institute, 2004: Meat – Now it’s personal, S.13
(2) Food and Agriculture Organisation, 2006: A Livestock’s Long Shadow
(3) Stockholm International Water Institute: Water – More Nutrition per Drop, S.21
(4) Worldwatch Institute, 2004: Meat – Now it’s personal, S.14
(5) New Scientist, 2007: Meat is murder on the environment http://environment.newscientist.com/article/mg19526134.500-meat-is-murder-on-the-environment.html
(6) Haferbeck, Edmund, 2001: Tiere in der ökologischen Landwirtschaft – Glück im Unglück, in: Tierrechte 03/2001

Tags:Natur, Umwelt, vegetarismus

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Klimawandel trifft indigene Völker am stärksten

Die Ureinwohner der Erde haben den kleinsten ökologischen Fußabdruck, werden aber unter dem Klimawandel am schwersten zu leiden haben.

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Institute of Advanced Studies der United Nations University http://www.unu.edu bei einem Treffen im australischen Darwin. Ganz besonders schlimm werden die Völker unter Infektionskrankheiten, Dürren und Überschwemmungen sowie der immer kleiner werdenden Biodiversität zu leiden haben.

Die Folgen der Klimaveränderungen werden dramatisch sein, bestätigt die Untersuchung. Das gesamte Leben der Menschen werde sich durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen verändern. Höhere Temperaturen werden dazu beitragen, dass vermehrt Erkrankungen wie Cholera, Dengue und Malaria auftreten. Die Trockenheit werde zu vermehrten Waldbränden führen, die wiederum zunehmend Schäden in der Landwirtschaft verursachen werden. Kleinere Tierpopulationen sowie die Einführung neuer mariner Arten durch veränderte Meerestemperaturen werden auch die bisherigen Lebensbedingungen der Menschen verändern. In den borealen Wäldern werden die höheren Temperaturen vermehrt Baumschädlinge anziehen und in den Küstenregionen werden sowohl Lebensräume als auch Wirtschaftsgebiete von Erosion bedroht sein. All diese Faktoren werden die Menschen auch bei ihrer Nahrungsmittelversorgung beeinträchtigen.

Durch Monokulturen und Staudämme in ehemaligen Urwäldern wird den Ureinwohnern das letzte noch verbliebene Land weggenommen. So sind bereits heute indigene Völker durch die aggressive Ausbreitung der Palmöl-Plantagen in Indonesien und Malaysia bedroht. Selbst manche gut gemeinten Wiederaufforstungsprojekte – wie etwa jenes eines niederländischen Unternehmens in Uganda, das sogar mit dem Zertifikat des Forestry Stewardship Council (FSC) http://www.fsc.org versehen war – sorgten für eine zwangsweise Umsiedelung von dort lebenden Menschen. Die Folge waren Zusammenstöße mit benachbarten Einwohnern. Der Kampf um die Ressourcen – vor allem aber um Lebensraum und Nahrung – werde sich auf der Erde deutlich verschärfen, kommt die Studie zum Schluss. “Die Art des Homo sapiens steht nicht auf der Liste der gefährdeten Arten. Es ist allerdings zu befürchten, dass eine Knappheit der Ressourcen eher zum Faustrecht führt als zu kontemplativer Askese,” zitiert der Wiener Humanökologe Peter Weish von der Universität für Bodenkultur http://www.boku.ac.at im Gespräch den verstorbenen Philosophen Hans Jonas.

“Tatsächlich sehen sich auch die indigenen Völker selbst als das Quecksilber im Klimawandel-Barometer”, so der Direktor des Institute of Advanced Studies, Hamid Zakri. Eine deutliche Verbesserung habe es auch durch monetäre Mittel, die dem Klimawandel entgegenwirken, nicht gegeben. Das sei auch der Grund, warum es eine solche Veranstaltung gebe. “Nach unseren Berechnungen leben mindestens 370 Mio. Menschen CO2-neutral oder sogar CO2-negativ. Trotz des vergleichsweise geringen Anteils an den sechs Mrd. Erdbewohnern tragen diese Menschen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz bei”, so der Direktor. Vergleiche man das mit den 300 Mio. US-Amerikanern, die vier Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren, aber 25 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen verursachen, sei das eine bedeutende Zahl. (pte)

Tags:klimawandel, Natur, Umwelt

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