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Yoga-Psychologie für den Westen

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100 000-mal flinker als das Licht

ÜBER GLASFASERKABEL wie dieses tauschten in einem Experiment von Genfer Physikern verschränkte Teilchen Informationen über 17,5 Kilometer Distanz mit einer Geschwindigkeit aus, die mindestens über 100 000 mal über der Lichtgeschwindigkeit liegen muss.

„Der Weltraum, unendliche Weiten, wir befinden uns in einer fernen Zukunft…” Wenn in Science Fiction-Filmen der kühn kalkulierende Commander das Raumschiff mit Hilfe des „Wharp-Antriebs” mit zigfacher Lichtgeschwindigkeit durch die Galaxis flitzen lässt, dürfte Albert Einstein nicht mit an Bord sein, da er sonst die Notbremse ziehen würde.

Denn gemäß den Gesetzen seiner Relativitätstheorie setzt die Lichtgeschwindigkeit mit knapp 300  000 Kilometern pro Sekunde dem interstellaren Reise- und Kommunikationsverkehr enge Grenzen. Aber hat Einstein tatsächlich recht?

Ein Physikerteam aus Genf unter der Leitung von Professor Nicolas Gisin könnte die Dogmen des Vaters der Relativitätstheorie ernsthaft ins Wanken bringen – zumindest was den Kommunikationsverkehr betrifft. In einem ausgeklügelten Experiment haben Gisin und seine Teamkollegen erstmals versucht, die Geschwindigkeit des Informationsaustauschs zweier miteinander verschränkter Teilchen zu messen.

Hierzu verbanden die Wissenschaftler in den östlich und westlich von Genf gelegenen Ortschaften Satigny und Jussy zwei Stationen über 17,5 Kilometer lange Glasfaserkabel mit dem Genfer Labor. Dann schickten sie von Genf aus Photonen an die Endstationen, wo so genannte Interferometer als Messstationen platziert waren.

Verschränkte Teilchen gehören bisher zu dem Bizarrsten, was die moderne Physik zu offerieren hat: Ändert ein Teilchen seinen Zustand, so erfolgt diese Änderung wie durch Geisterhand spontan auch bei dem anderen. Diese Verschränkung bleibt sogar dann erhalten, wenn der Zeitpunkt der Wechselwirkung weit in der Vergangenheit liegt und die zwei Teilsysteme inzwischen über große Distanzen getrennt sind. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob die Entfernung zwischen zwei Teilchen A und B beispielsweise 100 Meter, 1000 Kilometer oder gar Lichtjahre beträgt.

24 Stunden andauernde Messungen der Genfer Forscher sorgten für eine perfekte Sensation. Danach waren die an den unterschiedlichen Endpunkten angelangten Teilchen offenbar jederzeit miteinander verschränkt.

Im weiteren Verlauf des Versuchs ermittelten die Forscher, mit welcher Geschwindigkeit der Informationstransfer der miteinander verschränkten Teilchen erfolgt. In einer komplizierten Berechnung, die auch die Messungenauigkeit der Detektoren mit berücksichtigte, kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit der spukhaften Fernwirkung mindestens 100  000- mal größer sein muss als die Lichtgeschwindigkeit.

Demnach scheint sich die Theorie zu bestätigen, dass die „wahre” Ausbreitung der Information unendlich schnell – also simultan erfolgt. Das wäre in der Tat eine Verletzung der Relativitätstheorie. Bisher hatten sich die Physiker mit dem Argument „aus der Patsche” geholfen, dass zwischen verschränkten Systemen keine Simultanübertragung von Information stattfinde. Die Genfer Ergebnisse scheinen dies jedoch klar zu widerlegen.

In der Fachwelt schlug die Neuigkeit bereits wie eine Bombe ein. In einem in „Nature News” veröffentlichten Beitrag mit der Überschrift „Physicists spooked by faster-than-light information transfer” (im Internet unter www.nature.com) räumt Forscher Gisin ein, dass er selbst von dem überraschenden Ergebnis des Versuches regelrecht verwirrt sei.

„Gegenwärtig haben wir noch keine plausible Erklärung für das Phänomen”, sagt er. Vielmehr hoffe er, dass das Experiment theoretische Physiker ermutigen werde, sich mit dem Phänomen der spukhaften Fernwirkung wesentlich intensiver als bisher auseinanderzusetzen.

Tief beeindruckt zeigte sich auch der englische Quantenphysiker Terence Graham Rudolph vom Londoner Imperial College. Die Nachricht aus Genf kommentierte er wie folgt: „Das Ergebnis zeigt, dass in der Quantenmechanik das in unserer Vorstellungskraft herrschende Raum-Zeit-Gefüge überschritten wird.”

Wir Menschen seien es gewohnt, in einer Welt zu leben, die von einem dreidimensionalen Raum und einer eindimensionalen Zeit beherrscht werde. Diesem Weltbild würden wir eine übertriebene Bedeutung beimessen. Rudolph im Klartext: „Da steckt noch der Affe in uns.”

Mit anderen Worten: Die Konsequenzen des Versuchs könnten die Fugen unseres Weltbilds nicht minder dramatisch erschüttern, wie damals die kopernikanische Wende. So wird auch darüber spekuliert, dass das Verschränkungsprinzip der Quantenphysik eine Pionierbrücke zwischen der Wissenschaft und der Spiritualität schlagen könnte.(echo-online.de)

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